Aufruf der KAG Tierschutz Saarlouis zu Silvester
Die Kreisarbeitsgemeinschaft Tierschutz Saarlouis und die Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutz Saarland bitten zum Jahreswechsel um Rücksichtnahme beim Feuerwerk.
Silvester ist für viele Menschen ein schöner Brauch. Für Tiere ist die Knallerei jedoch oft purer Stress: Haustiere geraten in Panik, Wildtiere flüchten kopflos, Vögel werden aufgeschreckt und verlieren in der Dunkelheit die Orientierung. Mit ein paar einfachen Regeln lässt sich viel Leid vermeiden – ohne dass jemand auf Silvester verzichten muss. Wir werben ausdrücklich nicht für ein generelles Böllerverbot. Wir appellieren an Vernunft und Verantwortung: Wer Feuerwerk zündet, soll dies bitte so tun, dass Menschen, Tiere und Umwelt möglichst wenig belastet werden.
Haltet euch an die erlaubten Zeiten. Außerhalb der zulässigen Stunden ist das Böllern kein „Kavaliersdelikt“ – es verlängert die Stressphase für Tiere unnötig und sorgt für zusätzliche Gefahren und Konflikte in den Wohngebieten.
Nutzt normales, zugelassenes Feuerwerk statt „Krach um jeden Preis“. Bitte keine illegalen oder selbstgebauten Knallkörper, keine extrem lauten Böller, keine Experimente. Je lauter und unberechenbarer, desto größer die Gefahr – auch für Kinder, Passanten und Einsatzkräfte. Böllert mit Abstand und Rücksicht – und lasst sensible Orte unbedingt aus. Kein Feuerwerk in der Nähe von Tierheimen, Pferdeställen, Taubenhäusern, Wildgehegen, Vogelvolieren, Gnadenhöfen, Landwirtschaftsbetrieben mit Tieren sowie in Parks und an Waldrändern. Dort können Tiere nicht „ausweichen“, sie sind eingesperrt oder flüchten in Panik in den Verkehr.
Keine Knaller auf Tiere oder in ihre Richtung. Keine „Scherze“. Was für manche „lustig“ wirkt, ist für Tiere lebensgefährlicher Terror. Auch Haustiere, die sonst gelassen sind, können in Sekunden wegrennen, sich verletzen oder entlaufen.
Räumt euren Müll weg. Leere Batterien, Raketenstäbe und Plastikreste bleiben sonst in Gärten, auf Wiesen und Wegen liegen – und werden zur Gefahr für Tiere, Kinder und die Umwelt.
Zum Schluss ein paar praktische Tipps für die Böllerzeit – für Katzen und Hunde.
Für Katzen: Am besten bleiben Katzen rund um Silvester im Haus, besonders am 31.12. und 01.01. Fenster und Türen geschlossen halten, damit niemand in Panik entwischt. Rückzugsorte anbieten: eine abgedunkelte Ecke, Höhle, Karton oder Decke, dazu Wasser und Katzenklo gut erreichbar. Nicht bedrängen, nicht „trösten“ mit Festhalten – besser ruhige Nähe anbieten und normal verhalten. Wenn möglich Rolläden runter, Vorhänge zu, leise Musik oder TV als Hintergrund laufen lassen.
Für Hunde: Am 31.12. frühzeitig und ausgiebig Gassi gehen, bevor es laut wird. Am Abend nur noch kurze, sichere Runden – am besten dort, wo wenig los ist. Hund immer anleinen, am besten mit gut sitzendem Geschirr (zusätzlich zur Halsung), und Kontaktdaten am Halsband/Chip prüfen. Zuhause Rückzugsplatz schaffen, Geräusche dämpfen, Beschäftigung anbieten (Kauartikel, Suchspiele), aber keinen Druck machen. Wenn der Hund Angst zeigt: ruhig bleiben, Sicherheit geben, aber keine Hektik. Bei starker, bekannter Panik frühzeitig mit Tierarzt oder Hundetrainer sprechen – nicht erst am 31.12.
Rücksicht ist der beste Beitrag zu einem friedlichen Jahreswechsel. Damit Silvester für uns Menschen schön bleibt – und für Tiere nicht zur Nacht des Schreckens wird.
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27. Dezember 2025 - Ausarbeitungzurück